Inmitten des geographischen Westerwaldes, der von den Flüssen Rhein, Sieg und Lahn umrahmt ist, liegt Bad Marienberg im Hohen Westerwald. Der Grundgebirgssockel aus Schiefer entstand vor mehr als 350 Mio. Jahren aus den Ablagerungen eines devonzeitlichen Meeres, die bis in eine Tiefe von ca. 5000 Meter reichen.

Durch den Vulkanismus im Tertiär, vor etwa 25 Mio. Jahren bildeten sich bis zu 100 m starke, mehr oder weniger zusammenhängende Basaltdecken, die nur vereinzelt, so zur Marienberger Höhe hin, durch eine Devonquarzitoberfläche unterbrochen sind. Im Miozän bildeten sich in Einsenkungen aus versunkenen subtropischen Wäldern Braunkohle. In den Hanglagen der Wälder um Bad Marienberg fallen mächtige Basaltblockfelder auf. Es sind Rutschmassen, die während der Eiszeit von den Basaltdecken abgeglitten sind und hier am Plateaurand das Devonfundament überlappen. Mit 657 m ü. NN ist die Fuchskaute die höchste Erhebung des Westerwaldes. Auf der Marienberger Höhe werden 567,5 m erreicht.

Entstehung des Ortsnamens

Marienberg war in alten Zeiten ein bekannter Wallfahrtsort. An der Stelle, auf der heute die Kirche erbaut ist, stand in grauer Vorzeit ein Heiligenhaus. Um das Jahr 1000 finde man an derselben Stelle eine der Jungfrau Maria geweihte Kapelle, welche dem Berg und dem Ort den Namen gegeben hat. Dadurch war der Anstoß zur Siedlung auf der Höhe gegeben.

Am 6. Januar 1258 wurde Marienberg als mons sanctae Mariae urkundlich zum ersten Mal erwähnt. Der damals zufällig genannte Ort war sicher weitaus älter. Man nimmt an, dass im frühen Mittelalter auf dem strategisch günstigen Bergsporn ein befestigter fränkischer Hof, eine sog. Curtis, gestanden hat. Zu dieser Zeit gehörte der Ort zum Dekanat Haiger im Archidiakonat von St. Lubentius in Dietkirchen und somit zur Diözese Trier.[1] Später wurde daraus Sente Mergenberg, dann St. Marienberg und zuletzt Marienberg.

Hierher kamen von nah und fern viele Gläubige, um bei dem wundertätigen Bild der Jungfrau Maria in der Bergkapelle zu beten und aus dem Born zu trinken, dessen Wasser aus dem Felsen am Kirchberg hervorquoll und dem man eine wundertätige und heilende Wirkung zuschrieb. Noch heute wird die Quelle im Volksmund "Helleborn" oder "Höllenborn" = heiliger oder heilender Born genannt. In jüngerer Zeit hat sie die Bezeichnung „Marienquelle" erhalten.

Bedingt durch das Bevölkerungswachstum entstand im Mittelalter anstelle der Kapelle eine größere Kirche. Die Loslösung von der Mutterkirche erfolgte schon vor 1231.

Als Mittelpunkt eines ursprünglich aus 22 Dörfern bestehenden Kirchspiels war der Ort zugleich Sitz eines Kirchspielgerichts. Als erster Geistlicher wird 1283 ein C. plebanus montis sanctae Mariae überliefert. An der Kirche bestand vor der Reformation eine geistliche Bruderschaft. Die ev. Lehre gelangte 1561 zum Durchbruch.

Am 27. April 1813 geriet die Kirche durch einen Blitzstrahl in Brand und wurde mitsamt Uhr und Glocken eingeäschert. Vom Holzwerk - Stühle, Bänke usw. - konnte nichts gerettet werden. Nur der alte Taufstein blieb erhalten. Er ist jetzt unter der großen Ulme auf dem Kirchplatz (früherer Friedhof) aufgestellt und stellt das älteste Kulturdenkmal Marienbergs dar. Die jetzige Kirche wurde mit einem Kostenaufwand von 30000 Gulden erbaut und erstmalig im Jahre 1821 in Benutzung genommen. Der unvollendet gebliebene Turm wurde im Jahre 1900 ausgebaut und die Turmspitze in ihrer heutigen Form aufgesetzt. Die Kosten hierfür beliefen sich auf 6800 RM.

Eine kath. Kapelle wurde erst 1932 erbaut.

Auf dem auch als Gerichtssiegel genutzten Pfarrsiegel von 1487 ist die Darstellung der heiligen Maria als Frauengestalt mit langem Haar, in den Händen das nassauische Wappen, ein Schild mit einem Löwen, zu finden.[2] Diese Darstellung der Muttergottes zierte noch bis 1939, dem Jahr der Stadtwerdung  Marienbergs, das Gemeindesiegel der Gemarkung Marienberg.

Das heutige Wappen der Stadt Bad Marienberg zeigt ein durchgehendes schwarzes Kreuz, belegt mit einem mit goldenen Schindeln bestreuten blauen Schild, darin ein rot bewehrter goldener Löwe, alles auf silbernem Grund.

Marienberg bestand bis Ende des 17. Jahrhunderts aus Obermarienberg mit wenigen Höfen ringförmig um die Kirche gelegen, und Niedermarienberg im Tal, das erstmals 1487 erwähnt wird. Vor 1800 kam es zu einer Verbindung beider Siedlungen. Den eigentlichen Wachstumsanstoß erhielt der Ort 1782 durch die Einrichtung eines nassauischen Amtes.

Marienberg hatte, wie alle Dörfer auf dem Westerwald, lange eine niedrige Einwohnerzahl. Es zählte 1514: 11, 1565: 12, 1635: 10 Haushalte, danach lag das Dorf Marienberg durch die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges mehrere Jahre lang verwaist.

1645 gab es wieder 4 Haushalte, 1665: 51 Einwohner, 1741: 155 und 1905 waren es 969 Einwohner.

 

Landesherren, Rechte und Ämter

In der Herrschaft zum Westerwald, einer Reichvogtei, besaßen die Herren von Runkel und Westerburg ausgedehnte grundherrliche Rechte. Ab 1255 erlangten verschiedene Linien des ottonischen Hauses der Grafen von Nassau die Landesherrschaft bis 18o6.

1589 gehörte Marienberg zur Inspektion Herborn.

Das Gericht Marienberg erhielt 1617 ein Siegel mit dem Nassauer Löwenschild, darüber die Muttergottes als Ortspatronin. Dasselbe Bild steht auch in neueren Siegeln seit 1901. Die Wappenverleihung erfolgte erst bei der Stadterhebung 1939.

Der Löwe mit den Schindeln versinnbildlicht die Zugehörigkeit zu Altnassau seit dem 13. Jahrhundert, das schwarze Kreuz spielt auf die historischen Beziehungen zum Deutschorden an. Diesem Orden gehörte bis 1231 das Kirchspiel Marienberg, das den größten Teil des heutigen Verbandsgemeindegebietes ausmacht. Dem Ritterorden war die Herborner Kirche als Mutterkirche von Marienberg inkorporiert, bevor das große Kirchspiel in der Herrschaft zum Westerwald um 1231 selbstständig wurde.

Ursprünglich war das Aussehen des Stadtwappens von den Nationalsozialisten etwas abweichend diktiert worden. Im neuen Stadtwappen sollte der nassauische Löwe übernommen werden. In einem viergeteilten Feld links oben und rechts unten waren die Löwen, in den anderen beiden Feldern Ritterschwerter zu sehen. Dieser Vorschlag wurde jedoch nie in die Tat umgesetzt.

Der rotbewehrte Löwe, das Kreuz und die Schindeln sind auch auf dem Wappen der Verbandsgemeinde Bad Marienberg zu finden. Auch hier symbolisiert der Löwe die ehemalige Zugehörigkeit zum Herzogtum Nassau. Zusätzlich ist auf dem Wappen der Verbandsgemeinde noch ein in zwei Reihen von Silber und Rot geschachter Schrägbalken zu erkennen. Er entstammt dem Wappen des Zisterzienserordens. Der Zisterzienserabtei Marienstatt unterstand das ehemalige Kirchspielgericht Kirburg, dem sechs Ortsgemeinden und ein Ortsteil der heutigen Verbandsgemeinde Bad Marienberg angehörten. Der Schrägbalken zeigt hier 18 Schachbrettfelder gemäß den 18 Gemeinden und Ortsteilen der Verbandsgemeinde

Von 1806 bis 1815 gehörte Marienberg nacheinander zum Herzogtum Berg und zu Nassau-Oranien, seit 1815 bis 1866 zum Herzogtum Nassau, danach zu Preußen und ab 1946 zum Land Rheinland-Pfalz. Verwaltet wurde Marienberg vom Amt Beilstein aus, bis es 1782 selbst Amtssitz wurde und bis 1885 blieb.

Auch wenn Marienberg um 1850 mit etwa 700 Einwohnern keine große Stadt war, so war die Siedlung doch größer als alle umliegenden Ortschaften. Zur Verdeutlichung ein paar Zahlen: im Jahre 1860 verfügte die Gemarkung Marienberg über 1906 Morgen Land, was etwa 500 Hektar entspricht. Zur Gemeinde gehörten 82 Häuser, in denen 182 Familien wohnten. Von den 657 Einwohnern waren 513 Protestanten und 22 Katholiken.

Das Amt Marienberg umfasste damals 39 Gemeindebezirke, bestehend aus 43 Dörfern, einem einzelnen Haus und 21 Mühlen.[3] Ursprünglich gehörte Marienberg zum nassauischen Hoheitsgebiet, regiert von Herzog Adolf. Im Jahre 1866 allerdings kämpfte im innerdeutschen Krieg Preußen gegen Österreich (14.06. – 26.07.). Das Herzogtum Nassau schlug sich auf die Seite der Österreicher und unterlag am Ende den Preußen. Kurzerhand wurde das nassauische Hoheitsgebiet, darunter auch Marienberg, annektiert. Infolge dessen wurde Herzog Adolf abgesetzt, der fortan versuchte die Geschicke Luxemburgs zu leiten.

Der vorliegenden Literatur ist zu entnehmen, dass die neuen preußischen Herrscher sehr nachsichtig mit dem ehemals nassauischen Volk umgingen und versuchten, die bestehende und funktionierende nassauische Selbstverwaltung aufrecht zu erhalten. Somit blieb für die Bewohner der betroffenen Gebiete, unter anderem auch Marienberg, bis auf eine Änderung alles gleich. Lediglich die Regierungsbezirke wurden noch einmal in Kreise aufgeteilt.[4]  Das brachte für den Ort Marienberg große Vorteile mit sich und schaffte die Grundlage für den späteren Aufstieg Marienbergs. Zu dieser Zeit war Jost Kolb Bürgermeister Marienbergs, Theodor Wißmann war Vorsteher des Amtes Marienberg. Durch die weitere Aufteilung der Regierungsbezirke in Kreise wurde dann ein Landrat gebraucht. Auch hier setzte die königlich-preußische Landesregierung Wißmann ein, der sein Amt als Vorsteher dafür jedoch nicht aufgab, sondern beide Ämter gleichzeitig bekleidete.

Der Vorteil, der sich für die Ortschaft Marienberg aus der Verwaltungsänderung ergab, war enorm. Nicht nur, dass ein Amt als Landrat besetzt werden musste, sondern auch die Verlagerung der Verwaltungen aus den Ämtern Hachenburg und Rennerod nach Marienberg, die mit Marienberg zusammen den neu gebildeten Oberwesterwaldkreis bildeten.[5] Von 1867 bis 1932 war hier der Oberwesterwaldkreis ansässig, der sich mit dem Kreis Westerburg vereinigte und nach dort verlegt wurde. Seit 1974 gehört Bad Marienberg zum Westerwaldkreis, dessen Verwaltung sich in Montabaur befindet.

 

Bad Marienberg vor 150 Jahren

Marienberg war zur Mitte des 19. Jahrhunderts ein sehr ländlich geprägter Ort und hatte im Jahr 1850 nur 570 Einwohner.[6] Diese Einwohner hatten als Haupteinnahmequelle die Landwirtschaft. Belegen lässt sich dies anhand einer von Dekan D.C. Vogel, einem nassauischen Geschichtsschreiber, angefertigten Aufstellung aller im Amt Marienberg ausgeübten Berufe:

14 Bäcker, 2 Bader, 5 Bierbrauer, 2 Blechschmiede, 43 Branntweinbrenner, 1 Buchbinder, 5 Drechsler, 7 Frachtfuhrleute, 1479 Gutsbesitzer, 3 Küfer, 42 Kleinhändler, 21 Leineweber, 2 Lohgerber, 21 Mahlmühlengänger, 8 Maurer, 1 Mühlenarzt, 3  Musikanten, 16 Nagelschmiede, 6 Ölmüller, 1 Sattler, 28 Schneider, 1 Schneidmühle, 6 Schön- und Blaufärber, 2 Schornsteinfeger, 23 Schreiner, 32 Schuhmacher, 1 Strohdecker, 226 Tagelöhner, 5 Wagner, 89 Wirte.[7]

Die Gutsbesitzer machen mit einer Anzahl von 1479 mit Abstand den größten Teil der aufgezählten Berufe aus. Man sollte jedoch beachten, dass Mehrfachnennungen durchaus möglich sind. Es ist beispielsweise sehr gut vorstellbar, dass Wirte durchaus auch nebenberuflich noch ein Gehöft geführt haben.

Wenn man den Begriff „Gutsbesitzer“ hört, dann wird man schnell dazu verleitet, an große wohlhabende Bauernhöfe zu denken, die Nahrung im Überfluss produzieren und deren Besitzer reiche, vermögende Menschen sind. Ursprünglich ist es sicherlich richtig, dass diese Bauernhöfe ihre Besitzer gut genährt haben. Allerdings wurden die Höfe und die dazugehörigen Ländereien nach vielen Jahrzehnten der Bewirtschaftung durch die Erbfolgen zerstückelt und aufgeteilt, sodass die Familien, die in der Zeit um 1850 einen Hof besaßen, oftmals große Probleme hatten, sich allein vom Ertrag der Landwirtschaft ernähren zu können. Dies hatte auch zur Folge, dass die Obrigkeit, die den Landkreis um Marienberg von Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts politisch führte, ernsthaft über Möglichkeiten der Reduzierung von Geburtenraten und damit der Kontrolle über die Bevölkerungszahlen nachdachte. So wurde beispielsweise überlegt, das frühe heiraten ganz zu verbieten um den Kindersegen zumindest einzuschränken. Die Pläne wurden nach wenigen Jahren jedoch nicht weiter verfolgt, da eine Abwanderungswelle aus der Region eine Entspannung der Bevölkerungszahlen brachte.[8]

 

Armut und Hungersnot

Wie die preußische Regierung, versuchte auch die nassauische Regierung zuvor bereits die mittlerweile an fast allen Bauernhöfen einsetzende Armut abzuwenden. Hierfür mussten jedoch zuerst einmal die Gründe, die für die große Zwangslage der Gutsbesitzer verantwortlich waren, herausgefunden werden.

Wie bereits erwähnt, hatten die Verantwortlichen bereits daran gedacht, eine Kontrolle der Geburtenraten einzuführen oder Interventionen bei der Eheschließung zu erlassen. Doch damit allein hätte sich das Problem nicht bewältigen lassen. Die Regierung schickte in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts Gelehrte in die verarmten Regionen des Westerwaldes, um Erkundungen darüber einzuholen. Diese kamen zu dem Schluss, dass von Menschenhand herbeigeführte Eingriffe in die Natur sich zum negativen für die Bauern ausgewirkt hatten. So waren in den Jahrzehnten zuvor riesige Waldgebiete gerodet worden, damit sich Bauern auf den Flächen niederlassen konnten. Der Wald war fast vollkommen den ausgedehnten Rodungen aufgrund des immensen Holzbedarfs zum Opfer gefallen.[9] Holz stellte damals einen der wichtigsten Rohstoffe der Menschen im Westerwald dar. Es diente als Brennmaterial, stellte das Gerüst der Häuser in Holzbauweise dar, wurde vor allem aber in der Industrie zur Eisenverhüttung, die große Mengen Holzkohle erforderte, verwendet.

Der Raubbau an den Wäldern der Region war der schwerwiegendste Faktor, der die Lage der Bauern negativ beeinflusste und sich in der Form starker Bodenerosion zeigte.

Es trafen im 19. Jahrhundert also zwei ungünstige Faktoren aufeinander, die, wenn sie einzeln aufgetreten wären, bei weitem nicht so fatale Folgen gehabt hätten.

Einerseits war da also das Klima, andererseits die steigenden Bevölkerungszahlen (zwischen 1825 und 1860 fast 100%). Der Viehbestand von 1845 hat aber gegenüber dem von 1741 trotzdem keine wesentliche Änderung erfahren, was letztlich nicht verwunderlich ist, denn die zu Verfügung stehende landwirtschaftliche Gesamtnutzfläche war ja dieselbe geblieben und für den einzelnen dementsprechend kleiner geworden.[10]

Das Jahr 1860 stellte den Höhepunkt der Not der Menschen im Westerwald dar. In den drei Sommern zuvor hatten die Bauern gegen anhaltende Hitze und Trockenheit zu kämpfen, die ihre Ernte schnell vertrocknen ließen. 1860 allerdings trat genau das Gegenteil ein: Kurz nach der Aussaat im Frühjahr regnete es fast ununterbrochen.[11] Einhergehend mit dem vielen Regen kamen niedrige Temperaturen, die sich ebenfalls äußerst schlecht auf das Wachstum der Pflanzen auswirkten. Die Folge dieser Witterungsbedingungen war, dass das Getreide zwar wuchs, die Getreidekörner aber nur sehr wenig und schlechtes Mehl enthielten.[12] Eine ausgewogene Mischung aus trockenem, sonnigen Wetter und Regen ist nicht nur bei Aussaat und Wachstum der Pflanzen wichtig, sondern auch vor allem bei der Ernte.  Doch auch zur Erntezeit regnete es sehr viel und die geernteten Kartoffeln fielen einer Krankheit zum Opfer, die eine nicht aufzuhaltende Fäulnis an den Knollen hervorrief.

Zur Zeit dieser Missernte gab es noch nicht viele Banken im Westerwald. Diesen Zustand ausnützend, gewährten viele der ansässigen Bankiers den verarmten Bauern Kredite mit horrenden Zinsen, die abzutragen fast unmöglich war.

Wie zuvor bereits erwähnt, wurden Leute ausgesandt, die die Lebenssituation im Westerwald analysieren sollten und zu deren Aufgaben es gehörte, aus ihren Ergebnissen Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten, um das Leben der Landbevölkerung zu verbessern. Eine dieser Personen war der geheime Rat Dr. Albrecht, der den Westerwald bereiste, um Erkenntnisse darüber zu sammeln, wie der bäuerlichen Bevölkerung zu helfen sei. Albrecht sah in den ungünstigen klimatischen Gegebenheiten eine der Ursachen für die unbefriedigenden Ernteerträge. Seine Vorschläge zur Verbesserung dieser klimatischen Problematik sahen vor, fünf bis zwanzig Meter breite Windschutzgehege anzulegen. Diese Maßnahmen wurden, trotz großer Proteste der Bauern, die um eine weitere Verkleinerung ihres ohnehin schon knappen Bodenbesitzes bangten, durchgesetzt.[13] Ein Plan wurde aufgestellt, auf dem die zu errichtenden Schutzgehege eingezeichnet waren.[14] Der Plan wurde jedoch nicht vollkommen verwirklicht. In den Wirren des Revolutionsjahres 1848 stockte der Bau der Gehege, bis er schließlich komplett eingestellt wurde.

Der Bau solcher Anlagen stellte jedoch nicht die einzige Maßnahme dar, mit der man versuchte, den Bauern zu helfen. 1840 wurde die Nassauische Landesbank in Wiesbaden gegründet. Einen ganz wichtigen Fortschritt in dieser Richtung bedeutete für Marienberg die Gründung eines Vorschussvereins am 29.05.1968.[15] Dieser Verein verfügte über einen Fond, mit dem man versuchte, die für die Landwirtschaft erforderlichen Geldmittel aufzutreiben. Der §1 der Statuten des Vorschussvereins nennt das Ziel des Vereins wie folgt: „Der Verein bezweckt durch den gemeinschaftlichen Kredit seiner Mitglieder, die zum Betrieb der Gewerbe und der Landwirtschaft erforderlichen Geldmittel zu beschaffen.“[16] Den Vorsitz des Vereins übernahm Amtmann Theodor Wißmann, Neben ihm waren im Vorstand noch ein Kontrolleur, ein Kassierer und drei Beisitzer vertreten.

Der Fond, über den der Vorschussverein verfügte, konnte den Bauern natürlich nur helfen, wenn er auch über ausreichende Zahlungseingänge verfügte. Diese wurden erzielt durch ein Eintrittsgeld der Mitglieder, das auf einen Gulden festgelegt war. Außerdem leisteten die Mitglieder freiwillige Einzahlungen, die mit 5% verzinst waren. Den wahrscheinlich größten Teil übernahmen die bei Dritten aufgenommenen Darlehen.

Man erkannte also bereits früh, welch hohen Stellenwert die Landwirtschaft im hohen Westerwald immer noch einnahm, obwohl bereits in angrenzenden Regionen, also an Ruhr, Sieg und Heller, die Industrie einen Großteil des Einkommens der Familien sicherte. Daher hatte die Aufrechterhaltung und Förderung der Landwirtschaft für die Ortsbürgermeister oberste Priorität.[17] Vor allem Landrat Wißmann versuchte die Beschäftigungslage zu verbessern. Er gab immer wieder Anweisungen die Vicinalwege (Ortsverbindungsstraßen) und andere geeignete Flächen mit Bäumen zu bepflanzen und an den Bachläufen Korbweiden als Rohstoffbasis für die Korbflechterei zu züchten. Des weiteren bemühte er sich mit dem Flachsanbau einen weiteren Erwerbszweig aufzubauen.

Die industrielle Entwicklung, gekennzeichnet durch den Braunkohlebergbau, die Basaltgewinnung die Arbeitsmöglichkeiten im nahen Siegerland und die Gründung von Handwerks- und Gewerbebetrieben hatten weitreichende Folgen für das Leben der Marienberger Einwohner. Diese Industrien brachten einen großen Nachteil von entscheidender Bedeutung mit sich. Die Arbeitskräfte, die in den Brüchen benötigt wurden oder in andere industriereiche Gebiete abwanderten, waren nun nicht mehr für die Feldarbeit präsent. Der Landwirtschaft wurden also zunehmend vor allem männliche Arbeitskräfte entzogen. Des weiteren verselbstständigten sich durch den großen Zuzug von ortsfremden Arbeitskräften das Handwerk, der Handel und die meisten Dienstleistungseinrichtungen. Diese waren zuvor Tätigkeiten, die die Landwirte als Nebenerwerb betrieben. Den Landwirten fehlte es folglich nicht nur an Arbeitskräften, sondern auch an einem Nebenerwerb, mit dem man schlechte Zeiten in der Landwirtschaft überbrücken konnte. Die genannten Beispiele verdeutlichen sehr genau, dass der Fortschritt, der für die Region Aufschwung und Wohlstand mit sich brachte, auch Schattenseiten hatte und sich negativ auf andere wirtschaftliche Sektoren auswirkte, wie zum Beispiel auf die Landwirtschaft. Infolge dessen hatten nicht nur die Landwirte Schwierigkeiten sich zu ernähren. Die durch die zuvor genannten Gründe hervorgerufenen Auswirkungen waren auch für den Rest der Bevölkerung spürbar. Eine leichte Lebensmittelknappheit war die Folge dieser Krise der Landwirtschaft.

Die Bemühungen von Landrat Wißmann waren damit aber noch nicht zu Ende. Er erwirkte auf Kreisebene den Zusammenschluss der Handwerker zu Innungen. Die meisten Innungen entstanden in den Jahren 1878 und 1879. Darunter war auch die Innung der Schiefer- und Strohdreher. Des weiteren setzte er sich sehr für die Verkehrserschließung seiner Heimat ein. Denn im Vergleich zu Betzdorf wurde der Bau der Eisenbahn in Marienberg erst einige Jahre später beschlossen und umgesetzt. Auch hier spielte Wißmann eine ganz entscheidende Rolle. Er wurde nach einigen Jahren als Landrat auch in den preußischen Landtag gewählt. Auch hier machte er seinen Einfluss für den Bau der Oberwesterwald-Eisenbahn geltend. Am 28.11.1882 beschloss der Kreistag dann: „Der gesamte Bau der Bahn, einschließlich aller Nebenanlagen, benötigte Grund und Boden ist der Staatsregierung unentgeltlich und lastenfrei zum Eigentum zu übergeben. Die Kosten für den Kauf des Grund und Bodens übernimmt der Kreis, der sie von den Gemeinden, die von der Bahn berührt werden, zurückgefordert.“[18] Doch mit dem bloßen Beschluss des Baus war die Planung noch lange nicht abgeschlossen. Die Pläne wurden mehrere Male geändert. Vor allem in der Streckenführung war man sich lange Zeit uneinig. Zuerst war vorgesehen, die Bahn durch die Gemarkungen Hachenburg, Alpenrod, Lochum, Enspel, Todtenberg, Rotzenhahn (Rotenhain), Bellingen, Langenhahn, Hintermühlen und Westerburg verlaufen zu lassen. Schließlich wurde sie aus den Gemarkungen Alpenrod und Lochum herausgenommen und durch die Gemarkungen Korb, Unnau, Erbach und Büdingen geführt. Dadurch kam sie wesentlich näher an Marienberg heran. Diese Tatsache wirkte sich zu einem späteren Zeitpunkt ausgesprochen günstig auf den Bau der Verbindung vom Bahnhof Erbach nach Marienberg-Langenbach aus. Fertig gestellt wurde die neue Bahnverbindung zwischen Westerburg und Hachenburg im Jahre 1886. Anfangs erhält Marienberg dadurch zweimal täglich eine Postverbindung zum Bahnhof Korb an dieser Strecke. Seit April 1887 gab es dann drei Verbindungen.

1784 begann man mit dem Bau des Amtshauses in der Wilhelmstraße, das 1786 bezogen werden konnte. Im Erdgeschoss waren außer der Wohnung für den Amtmann, eine Amtsstube und eine „Ansprachstube" eingerichtet. Im Obergeschoss befanden sich Verwaltungsräume, "Fourageraum", drei Fremdenzimmer, eine Kammer für die Magd und ein "Abtritt". Pferde-, Kuh- und Schweineställe waren angebaut. Im Hof gab es noch einen weiteren "Abtritt". Nach 1867 waren im Amtsgebäude die Wohnung des Landrats, die Amtsräume des Landratsamtes, die Geschäftsräume des Amtes Marienberg und das Amtsgericht untergebracht. Außer dem Landrat arbeiteten dort noch zwei Kreissekretäre, Hilfsarbeiter und einen Kreisboten. Später kamen je ein Kreiskommunal- und Sparkassenrendant sowie ein Amtsbote hinzu.

1909 wurde eine neue Dienstwohnung, die "Landratsvilla" in der Büchtingstraße errichtet. Die Baukosten beliefen sich auf 65.000 RM einschließlich der Gartenanlage und der Bauleitung. Den Entwurf dazu besorgte Professor Karl Cäsar aus Berlin-Charlottenburg. Vor 50 Jahren wurde das architektonisch eindrucksvolle, dem landschaftlichen Charakter angepasste Gebäude zum Domizil für das Europa-Haus, dem Mutterhaus aller Europa-Häuser. Nach erfolgtem Anbau und einer gründlichen Modernisierung in jüngster Zeit, hat es den der Namen "Villa Europa" erhalten.

Eine wichtige Einrichtung im Leben zur damaligen Zeit war das Postamt. Die erste postalische Verbindung erhält Marienberg um 1800. Zweimal pro Woche brachte ein Bote des Herzoglich Nassauischen Amtes die Post nach Mengerskirchen und holte gleichzeitig die für Marienberg eingegangene Post ab.[19] Da diese Verbindung jedoch manchmal recht unbeständig war und die Post unregelmäßig und zu selten abgeholt wurde, richtete man regelmäßige Botenposten nach Hachenburg und Rennerod ein. Die anstehenden Postgeschäfte besorgte dann der jeweilige Amtsdiener.

1858 wurde dann eine Postexpedition in Marienberg eröffnet. Erster Postexpediteur wurde der Marienberger Wilhelm Held. Zur gleichen Zeit erfolgte die Einrichtung einer Fahrpost zwischen Marienberg, Hachenburg und Rennerod.[20] Damit war Marienberg endlich an das der Postnetz angeschlossen. Die Zustellung der Post und damit auch das abholen der ausgehenden Post wurde regelmäßiger und verlässlicher.  

 

Die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und der Ausbruch des Krieges

Die Veränderungen der Marienberger Wirtschaft, größtenteils hervorgerufen durch Braunkohle- und Basaltabbau mit ihren Auswirkungen auf die Landwirtschaft wurden zuvor bereits angesprochen. Zwar befand sich die Marienberger Industrie jahrelang in einem großen Aufschwung, doch war dieser Wirtschaftszweig bei weitem noch nicht so ausgeprägt wie anderorts. Die Gegend um Marienberg war, wie auch andere Teile des Westerwaldes, bekannt für ihre qualitativ gute und gesunde Luft. Dies machte den Ort für Menschen aus Industriestädten und Ballungsräumen an Rhein, Ruhr und Sieg zu Beginn des 19. Jahrhunderts interessant. [21] Diese Menschen schätzten die reine Luft, weitab von Fabriken und Fördertürmen und zogen es vor, ihre Freizeit dort zu verbringen. Der Westerwald wurde als Erholungsgebiet entdeckt. Auch hier kam es der Siedlung zugute, dass der Westerwald verkehrstechnisch immer besser erschlossen wurde und sich die Eisenbahnlinien wie ein Netz über die Region spannten. Dies war der erste Schritt zum Luftkurort Bad Marienberg.

Dekan Eugen Heyn, der seit 1884 in Marienberg tätig war, setzte sich als Schriftleiter des Vereinsorgans „Westerwälder Schauinsland“ stark für die Belange der Landschaft ein. 1910 wurde in Marienberg der Verschönerungsverein gegründet, der sich das Ziel gesetzt hatte, Marienberg und seine Umgebung ganz den Ansprüchen der Touristen anzugleichen. Diese Arbeiten bestanden unter anderem im Anlegen von Wander- und Spazierwegen und Aufstellen von Ruhebänken im Wald.

Die Touristik stellte, nach Braunkohlebergbau und Basaltindustrie, den dritten Versuch Marienbergs dar, sich überregional zu etablieren. Dieser Versuch sollte nun endlich von Erfolg gekrönt sein, wie man heute weiß, denn Bad Marienberg genießt immer noch große Anerkennung als Luftkur- und Erholungsort.

Wie schon die Basaltindustrie beeinflusste die Touristik auch andere Bereiche des öffentlichen Lebens. Alle Menschen, die nach Marienberg kamen, um sich zu erholen, wollten versorgt werden. Es eröffneten Hotels und Gasthöfe und auch Privatpersonen boten Gästezimmer an, um am Tourismus etwas zu verdienen (siehe Unterkunftsverzeichnis aus dem Jahre 1911, Bad Marienberg 1866 bis 1939). Der Fremdenverkehr schien für Marienberg ein lohnendes Geschäft zu werden. Ein unbekannter Bewunderer der Landschaft des Westerwaldes fasste die Eindrücke, die er 1905 von Marienberg gesammelt hatte, folgerndermaßen zusammen: „Und nun gar Marienberg, das zu preisen ich heute die Ehre habe. Was will man mehr? Entzückende Landschaft, großartige Luft, brave Leute, im Hotel flotte Bedienung. […]“[22]

Durch den Tourismus fand Marienberg endlich eine Möglichkeit, seine ruhige und abgeschiedene Lage in einen positiven Aspekt zu wandeln und diesen zu nutzen.

Kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges hatte sich die Lage der Landwirtschaft wieder stabilisiert und der gute Sommer 1914 versprach eine sehr reiche und frühe Ernte, weshalb alle auf dem Land Lebenden auf den Erhalt des Friedens hofften, da jeder auf dem Feld gebraucht wurde. [23] Am 01.08.1914 schließlich erklärte Deutschland Russland den Krieg. Die anfängliche Skepsis dem Krieg gegenüber wich recht schnell einer Begeisterung, die das gesamte deutsche Volk zu Kriegsbeginn ergriffen hatte. Hinter der Begeisterung stand der Glaube, für eine gerechte Sache zu kämpfen. Marienberg wurde vom Krieg nicht besonders berührt. Zwar wurden in den vier Kriegsjahren etwa 300 Männer zum Kriegsdienst eingezogen, aber von den Kämpfen an der Front blieb die Siedlung verschont. Die schlimmsten Probleme der Stadtbevölkerung während des Krieges, die Lebensmittelknappheit, kannte man auf dem Land zunächst nicht. Durch den bereits erwähnten, guten Sommer 1914 waren die Keller und Lager gut gefüllt. In Familien, deren Väter an der Front kämpften, mussten die älteren Kinder der Schule fern bleiben und auf dem Feld und auf dem Hof die Arbeit des Vaters übernehmen, um das Überleben der Familie sicherstellen zu können. Da sich der Erste Weltkrieg jedoch zu einer Materialschlacht ausweitete, wurden immer mehr Frauen und ältere Kinder dazu verpflichtet, in kriegswichtigen Betrieben zu arbeiten. Daneben mussten die Kinder rüstungswichtiges Altmaterial, aber auch Wildfrüchte, Heilkräuter und Waldlaub sammeln, um dann alles an die Front zu schicken. Das Waldlaub wurde als Streu für die Pferde verwendet, Heilkräuter und Wildfrüchte ließ man den Soldaten zukommen.

Als der Krieg sich dem Ende zuneigte, verlangte der Staat immer größere Naturalabgaben. [24] Diese hatten die Landwirte zu leisten und so wurde auch auf dem Land das Essen immer knapper, obwohl die Ernten gar nicht schlecht ausfielen.

Der Krieg brachte noch eine weitere Schwierigkeit mit sich. Alle Unternehmungen, besonders aber die Verwaltung, wurden auf kriegswichtige Handlungen reduziert. Das kommunale Leben kam also fast vollkommen zum Erliegen. Einzig Maßnahmen, die vor Kriegsausbruch bereits beschlossen wurden, konnten auch durchgeführt werden. So zum Beispiel die Melioration[25] einer großen Marienberger Viehweide. Diese Arbeiten wurden von französischen Kriegsgefangenen durchgeführt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Marienberg, abgesehen von 46 Gefallenen, den Ersten Weltkrieg verhältnismäßig schadlos überstanden hat. Die einzigen Probleme bestanden in einer kurzzeitigen Nahrungsknappheit gegen Ende des Krieges. Der Bevölkerung auf dem Westerwald erging es dabei bedeutend besser als den Menschen in größeren Städten, da die Landbevölkerung zumeist noch Landwirtschaft betrieb und so in der Lage war sich selbst zu ernähren.

 

Die „goldenen 20er“

So schlecht es den Landwirten in Marienberg im Laufe der Geschichte auch gegangen sein mag, die Kriegsheimkehrer, die Hof und Ackerland ihr Eigen nennen konnten, hatten die beste Ausgangssituation, wieder ein geregeltes Leben führen zu können. Ähnlich erging es den Handwerkern. Alle anderen jedoch, die in der Industrie Tätigen, waren vorübergehend arbeitslos, da Absatzschwierigkeiten aufgrund mangelnder Zahlungsfähigkeit der Kunden herrschten. Viele Industriearbeiter rutschen in die Arbeitslosigkeit. Genauso wie die Arbeiter in Basaltsteinbrüchen und Braunkohlegruben. Dort stiegen die Absatzmöglichkeiten jedoch sehr rasch wieder an. Da das französische Militär das Ruhrgebiet besetzt hielt, war es nicht möglich, die dort lagernden Steinkohlevorkommen zu nutzen und zu verkaufen. Diese Tatsache bescherte den Braunkohlegruben eine unverhofft starke Konjunktur, die allerdings recht schnell mit der Schließung aller Gruben endete, als die Besatzungsmacht Frankreich das Ruhrgebiet verlassen hatte. Die „goldenen 20er“ begannen. Deren Auswirkungen waren auch in Marienberg spürbar und wurden vom damaligen Bürgermeister Sahm folgendermaßen kommentiert: „Noch während der Inflationszeit setzte in Marienberg eine erneute Bautätigkeit ein, die in den folgenden Jahren äußerst rege in Erscheinung trat, so daß in den Jahren zwischen 1922 und 1928 außer den Um- und Erweiterungsbauten fünfundsiebzig neue Gebäude errichtet wurden. […]“.[26]

Infolge von Instandsetzungen der Verkehrswege und der Pflasterung der Bismarckstraße wurde auch der Abbau der Basaltlagerstätten wieder forciert. Anders allerdings als zur Jahrhundertwende wurden die Steinbrüche diesmal mit Rücksicht auf die Natur angelegt und bearbeitet. Man hatte mittlerweile erkannt, dass man mit dem Basaltabbau nicht die Natur zerstören darf, denn diese war für den florierenden Tourismus unumgänglich.

Der Tourismus hatte Anfang der 30er Jahre in Marienberg einen so wichtigen Status erreicht, dass man eine katholische Kirche in der Siedlung errichtete, die am 14.08.1932 geweiht wurde. In Marienberg selbst lebten 1936 lediglich 82 Katholiken, eine große Minderheit gegenüber den 1451 Protestanten. Da jedoch ein Großteil der Touristen aus dem katholisch geprägten Rheinland und dem Ruhrgebiet anreisten, beschloss man 1932 ein katholisches Gotteshaus zu errichten.[27]

Zuvor wurde bereits berichtet, dass etwa zur Mitte des 19. Jahrhunderts viele Marienberger Einwohner, vor allem junge Männer, in Regionen abwanderten, in denen es aufgrund von Industrie, an Arbeitskräften mangelte. Die Einwohner zogen also weg, um dort in den Bergwerken oder Fabriken ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Meist verbrachten sie die Woche über in der Stadt, um dann am Wochenende in ihr Heimatdorf zurückzukehren. Mittlerweile hatte sich ein Wandel in Industrie und Handwerk vollzogen. Sowohl in der Industrie, als auch im Handwerk spezialisierten sich die Menschen immer mehr. Berufe, die zuvor meist neben der Landwirtschaft, die den Haupterwerb der Familien darstellte, als Nebenerwerb ausgeübt wurden, wandelten sich zu eigenständigen Berufszweigen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es Schuhmacher, Schneider, Leineweber, Schreiber, Gerber, Drechsler, Zimmerleute, usw. Einige Berufe wandelten sich sogar noch weiter, andere verschwanden unter der Einwirkung der Industrialisierung und der erweiterten Handelsmöglichkeiten ganz.

[28] Es wurden beispielsweise Bauunternehmen gegründet, die mehrere Maurer beschäftigten oder kleine Braubetriebe, wie sie von Betzdorf bekannt waren, wurden abgelöst durch auf industrielle Fertigung gestellte Betriebe.[29]  Diese Situation änderte sich grundlegend Ende der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts. Die Weltwirtschaftskrise brach auch über Deutschland herein und ihre negativen Folgen machten sich im Westerwald bemerkbar. Die Braunkohlebergwerke schlossen nach erneuter kurzer Blütezeit bereits Mitte der 20er Jahre, einige Jahre später kam auch die Basaltindustrie zum Erliegen. Die Folge waren Kurzarbeit und Massenarbeitslosigkeit in den Siegerländer Erzbergwerken und Eisenhütten. Aufgrund der stark zurückgegangenen Absatzmöglichkeiten auf dem Markt sank der Umsatz von Handel und Handwerk auch in Marienberg spürbar. Zudem verlor Marienberg überregional auch an politischer Bedeutung. Denn aus finanziellen Gründen, also um die Verwaltungskosten zu senken, verringerte der Staat die Anzahl seiner Institutionen. Infolge dessen wurde die Zusammenlegung des Oberwesterwaldkreises mit dem Kreis Westerburg zum 01 Oktober 1932 beschlossen und der Sitz der Verwaltung des neu gebildeten Kreises der Stadt Westerburg zugesprochen.[30] Dieser politische Bedeutungsverlust brachte auch einen Verlust der Bedeutung in wirtschaftlicher Hinsicht mit sich und führte zusammen mit den durch die Weltwirtschaftskrise hervorgerufenen Absatzschwierigkeiten zu schlimmen wirtschaftlichen Verhältnissen.

 

Marienberg und der Nationalsozialismus

Betrachtet man die Ergebnisse zur Reichstagswahl am 31.07.1932 und am 06.11.1932, so erkennt man sofort, dass die NSDAP auch in Marienberg große Sympathien gewonnen hatte. Genauso wie in den anderen Siedlungen Deutschlands verlor die NSDAP auch in Marienberg und den angegliederten Ortschaften zwar in der zweiten Reichstagswahl am 06.11.1932 einige Stimmen und damit 34 Sitze im Reichstag, war aber dennoch stärkste Kraft im Parlament, wie man der unten aufgeführten Tabelle entnehmen kann. Insgesamt entsprachen die Wahlergebnisse Marienbergs genau dem innerdeutschen Trend. Die SPD verlor immer mehr Stimmen zugunsten von NSDAP und KPD, das Zentrum erreichte nur in katholisch geprägten Regionen höhere Stimmanteile.

 Reichstagswahl am 31.07.1932 [31]

  SPD NSDAP KPD Zentrum
 Marienberg 213 502 106 70
 Eichenstruth 11 15 28 2
 Langenbach 21 198 44 6
 Zinhain 56 23 35 4

Reichstagswahl am 06.11.1932 [32]:

  SPD NSDAP KPD Zentrum
 Marienberg 170 470 123 18
 Eichenstruth 3 27 27 2
 Langenbach 10 213 41 2
 Zinhain 16 63 35 0

Einen Unterschied zwischen Marienberg und Gesamtdeutschland gibt es allerdings. SPD und KPD in und um Marienberg gelang es lange mit Erfolg, sich gegen die heranwachsende Macht der NSDAP zu wehren. Obwohl die beiden Parteien sich überregional meist bekämpften, arbeiteten sie in Marienberg oftmals zusammen, um den Vorstoß der Nationalsozialisten aufzuhalten. Die SPD, der Arbeiter-Sportbund und die Partei „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“ (eine der SPD nahestehende Partei) erbauten das Volkshaus, das als gemeinschaftliches Projekt eine Begegnungsstätte darstellte, von wo aus man unter anderem versuchte die NSDAP weiter aufzuhalten.

[33] Offiziell blieb es aber eine Begegnungsstätte, die für die Einwohner gebaut wurde, um sich untereinander zu verständigen und auszutauschen. Vor allem die Arbeiter trafen sich hier, um sich zu unterhalten und zu diskutieren. Dieser Umstand trug dazu bei, dass vom Volkshaus eine von den Arbeitern organisierte Demonstration gegen die Nationalsozialisten durchgeführt wurde. Der Organisator der Demonstration, Hermann Kempf aus Marienberg (KPD) wurde anschließend sofort verhaftet und nach einem Prozess vor dem Schnellrichter zu Einzelhaft verurteilt. Später schreibt er in seinen Erinnerungen: „Auch nach dem Machtantritt Hitlers demonstrierten die Parteien SPD und KPD und Vertreter der Gewerkschaften zu Tausenden in Marienberg.“[34]

Mit der immer weiter anwachsenden Arbeitslosigkeit wurde das Volkshaus auch als sogenannte „Stempelstelle“ genutzt. Die Arbeitslosen der Region mussten hier erscheinen, und sich dieses durch einen Stempel in ihrer Akte bestätigen lassen. Das Gebäude wurde 1933 enteignet. Heute ist in ihm das staatliche Gesundheitsamt untergebracht.

An den Zahlen der Reichstagswahl am 05.03.1933 kann man sehen, dass sich SPD und KPD zwar weiterhin behaupteten, der Großteil der Bevölkerung aber für die NSDAP und damit für Hitler stimmte:

Reichstagswahl am 05.03.1933 [35]:

  SPD NSDAP KPD Zentrum
 Marienberg 186 578 98 24
 Eichenstruth 7 26 15 2
 Langenbach 9 234 43 1
 Zinhain 63 28 42 0

Auch wenn die NSDAP die Reichstagswahl für sich entscheiden konnte, so gaben die Marienberger den Widerstand gegen die Nationalsozialisten nicht auf. Vor allem der bereits genannte Kommunist Hermann Kempf machte aus seiner antifaschistischen Haltung keinen Hehl. Allerdings musste er sich, kurz nachdem Hitler zum Reichskanzler gewählt worden war, aus seiner Heimat absetzen, da ihm die Verfolgung und Verhaftung drohte.

Das wohl dunkelste Kapitel in der Geschichte Nazi-Deutschlands ist die Verfolgung der Juden. Hier gibt es in der Geschichte Marienbergs einen Unterschied zu der des restlichen Deutschlands. In Marienberg wurde in der gesamten Zeit der Herrschaft der Nationalsozialisten nicht ein Jude vertrieben oder gar umgebracht. Dies begründet sich mit der Tatsache, dass seit etwa 1850 keine jüdische Familie mehr in Marienberg beheimatet war. Warum das so ist, kann man heute nicht mehr sagen. Natürlich wurde die Tatsache, dass zur Zeit der Machtübernahme keine Juden in Marienberg wohnten, von den Nationalsozialisten auf ihre Art interpretiert. Ein Beispiel hierzu liefert J. HERGENHAHN in seinem Werk „Marienberg im Hohen Westerwald“: „Zuletzt wollen wir nicht unerwähnt lassen, daß Marienberg niemals Juden beherbergt hat. Diese volksfremden Elemente wurden in seinen Mauern nie geduldet. Eine bemerkenswerte Tatsache, daß man diese Volksschädlinge schon vor der Aufklärungsarbeit des nationalsozialistischen Staates hier allgemein erkannt hatte.“ Der Autor ging also davon aus, dass die Marienberger schon vor der Nazi-Regentschaft die jüdische Bevölkerung aus Marienberg vertrieben hätten und daher besonders lobend erwähnt werden mussten. Tatsächlich war es allerdings so, dass aus unerfindlichen Gründen überhaupt keine Juden in Marienberg sesshaft waren und das seit knapp 100 Jahren. Dies ist ein Beispiel für die realitätsverdrehende Arbeit der Propaganda-Verantwortlichen während des dritten Reiches.

Während Deutschland immer weiter auf einen Krieg zusteuerte, erfolgten in Marienberg wichtige Änderungen, die für die Zukunft der Siedlung von entscheidender Bedeutung waren. 1939 wurden Marienberg die Stadtrechte verliehen! Dies ist äußerst erstaunlich, wurde doch im Jahre 1932 die Kreisverwaltung aus Marienberg abgezogen, da durch eine Zusammenlegung von Landkreisen die Senkung der Anzahl von Verwaltungsstandorten und damit eine Senkung der Staatsausgaben erzielt werden sollte. Das bedeutete für den Ort Marienberg einen erheblichen Verlust an Prestige und wirkte sich außerordentlich stark auch auf die Wirtschaftskraft des Standortes aus. Geht man davon aus, dass die Jahre der Weltwirtschaftskrise für viele Siedlungen Massenarbeitslosigkeit und wirtschaftlichen Stillstand bedeuteten, so muss man auch betonen, dass dies nicht auf jeden Wirtschaftszweig zutraf. In Marienberg florierte weiterhin das Geschäft mit dem Tourismus. Innerhalb eines Jahres, von 1931 bis 1932, stieg die Zahl der Touristen von 1200 auf 2000. [36] Dies hatte Marienberg unter anderem dem Programm der nationalsozialistischen Freizeitorganisation „Kraft durch Freude“ der NSDAP zu verdanken, das Marienberg am 23.06.1936 die staatliche Anerkennung als Höhenluftkurort einbrachte.[37]

Der Tourismus spielte bei der Verleihung der Stadtrechte keine unbedeutende Rolle. Marienberg selbst konnte mit seinen noch nicht ganz 2000 Einwohnern kaum den Anspruch auf die Stadtrechte stellen. Als großer Vorteil allerdings galt die Infrastruktur, die Marienberg innerhalb des hohen Westerwaldes einen wichtigen Status eingebracht hatte. Der Ort verfügte über ein modernes Krankenhaus, ein Reichspostamt, Banken, die Ortskrankenkasse und das Gesundheitsamt. Dass Marienberg aber dann tatsächlich zur Stadt ernannt wurde, lag dann doch in den Händen der Politik. Obwohl der bereits beschriebene Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Marieberg stärker ausgeprägt war als in anderen Regionen Deutschlands, so hatte die NSDAP in den 30er Jahren dann doch einen festen Platz in der Politik des Ortes eingenommen. Den Nationalsozialisten fiel es daher recht leicht, dem Ort Marienberg die Stadtrechte als Ausgleich für den einige Jahre zuvor verlorenen Sitz der Kreisverwaltung zu überreichen. Im Grunde genommen war dieser politische Akt also nur dazu gedacht, die Gemüter der Marienberger etwas zu besänftigen und die politisch noch unentschlossenen auf die Seite der Partei zu ziehen. Diese Maßnahmen waren nicht außergewöhnlich. Die Nationalsozialisten nutzten die Ernennung von Orten zu Städten als ein Instrument, mit dem man bei geringem eigenen Aufwand eine große Wirkung bei den „Beschenkten“ erzielen konnte.[38] Diese Idee schien auch von Erfolg gekrönt zu sein. Bürgermeister Sahm schrieb anlässlich der Feierlichkeiten: „Keine Burgen und Schlösser hat Marienberg aufzuweisen, aber eine arbeitsfreudige, vorwärts strebende Bevölkerung. Wie die Vorfahren, die in harter Arbeit den kargen Ertrag dem Boden abrangen, so wird auch heute in zähem Arbeitswillen […] sei es in der Landwirtschaft, den Basaltbrüchen, in Handwerk und Gewerbe […] das Tagwerk vollbracht.“ Man war sich also durchaus bewusst, dass man nicht, wie andere Städte, auf eine jahrhundertelange Tradition oder alte Kulturgüter stolz sein konnte, durchaus aber auf den Überlebenswillen der Bevölkerung und auf die harte Arbeit, die man auf dem Feld und in den Bergwerken bzw. Steinbrüchen verrichtet hat.

Auch wenn die Stadt solche Kulturgüter nur sehr wenig besaß, so trugen die Menschen doch alles zusammen, was an heimischen Altertümern aufzutreiben war, wie zum Beispiel Webstühle, Spinnräder, Trachten und Gewänder, also alles was in der Geschichte Marienbergs bisher eine Rolle gespielt hatte. Mit diesen Materialien beabsichtigte das Volksbildungswerk eine Ausstellung zu füllen, die nicht nur die Einwohner Marienbergs mit Stolz erfüllen sollte, sondern den Touristen, die im Sommer zahlreich in die Stadt strömen, einen angenehmen und interessanten Zeitvertreib bieten zu können.

 

Der Zweite Weltkrieg

Schon bald nach der Ernennung Marienbergs zur Stadt, brach der Zweite Weltkrieg aus. Am 01.09.1939 überschritten die deutschen Truppen die Grenze zu Polen. Am 03.09.1939 erklärten dann Frankreich und England den Deutschen den Krieg. Bereits vor Kriegsbeginn war eine gewisse Rationierung von Lebensmitteln spürbar, als der Krieg jedoch ausgebrochen war, änderte sich das Leben der Menschen schlagartig. Lebensmittelkarten wurden ausgegeben und es gab Bezugsscheine für Textilien, Kleidung, Schuhe, Kraftstoff und Brennmaterial.

Die Marienberger hatten, wie auch schon zum Zeitpunkt des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges große Sorge um das Einbringen ihrer Ernten. Denn alle Reservisten und alle, die ihren Kriegsdienst leisteten, wurden eingezogen und fehlten aufgrund dessen bei der Arbeit auf dem Feld. Um den Ertrag der Landwirtschaft nicht noch weiter zu schmälern, ergingen Aufrufe an die übrige Bevölkerung, bei den Erntearbeiten zu helfen. Dies geschah nicht, wie man zuerst vermuten könnte aus reiner Nächstenliebe. Mit dieser Maßnahme erhofften sich die Nationalsozialisten möglichst hohe landwirtschaftliche Erträge. Denn wie im Ersten Weltkrieg auch, erhielten die Bauern genaue Ablieferungsquoten ihrer Ernten, die sie strikt einzuhalten hatten. Wenn nun die Nationalsozialisten dafür sorgten, die Ernteerträge auf einem hohen Niveau zu halten, dann stieg damit auch die Höhe der abgegebenen Erträge an den Staat. Eine weitere Parallele zum Ersten Weltkrieg ist auch im Einsatz der Marienberger Kinder festzustellen. Sie gingen mit ihren Lehrern auf die abgeernteten Felder und sammelten die liegen gebliebenen Ähren auf. Auch sammelten sie wieder Wildfrüchte, Blätter zur Teebereitung und Heilkräuter.

Man war sich durchaus bewusst, dass Deutschland sich im Krieg befand, Kampfhandlungen jedoch sah man in Marienberg erst gegen Ende des Krieges. Die ersten Luftminen fielen am Nachmittag des 05.11.1944 in der Triftstraße. Hauptsächlich waren die Auswirkungen des Krieges in Form des Mangels von Lebensmitteln, Textilien, usw. zu spüren, außerdem nahm die Anzahl der gefallenen, vermissten und in Gefangenschaft geratenen Soldaten immer weiter zu.

Marienberg und seine Umgebung waren vor allem gegen Ende des Krieges, in den Jahren 1944/45 ein strategisch nicht unbedeutender Ort für die deutsche Wehrmacht. Ab Herbst 1944 wurden zwischen Kirburg, Mörlen und Neunkhausen sowie in der Nähe von Gehlert bei Hachenburg in den Wäldern Abschussrampen für V1 und später auch für V2-Geschosse geschaffen. Mit Spezialtransportern wurden die Waffen von den Bahnhöfen Korb und Marienberg zu ihren Abschussrampen transportiert.[39]

Die nähe zu den genannten Abschussrampen hatte zur Folge, dass alliierte Kampfflugzeuge versuchten, den Bahnhof und angrenzende Gebäude zu zerstören. Auch hier erkennt man Parallelen zu den Ereignissen in Betzdorf. Allerdings waren die Schäden die die Angriffe der Alliierten verursachten sehr viel geringer als in Betzdorf. Die Kreisvolkshochschule Westerwald hat im Jahre 1983 die Feindeinwirkungen in Marienberg während des Zweiten Weltkrieges zusammengefasst und veröffentlicht. Demnach wurden 1944 vier Sprengbomben über Marienberg abgeworfen und zerstörten etwa 100 Häuser und töteten drei Menschen. Außerdem stürzte ein abgeschossenes Flugzeug in ein Haus und tötete ein Kind. 1945 fielen 56 Sprengbomben auf Marienberg. Bilanz: 6 Tote, einige zerstörte Häuser. Außerdem wurden eine Lokomotive und 70 Meter Gleise beschädigt.[40]

Am 27.03.1945 marschierten die Amerikanischen Truppen aus Richtung Altenkirchen kommend in Marienberg ein. Kampfhandlungen fanden aber keine statt, da sowohl auf dem Kirchturm als auch auf dem Rathaus und diversen Wohnhäusern weiße Flaggen gehisst waren. Damit war der Zweite Weltkrieg auch für Marienberg zu Ende.

 

Die Nachkriegszeit

Erste Besatzungsmacht in Marienberg waren die Amerikaner. In der Turnhalle, die heute als Stadthalle dient, schlugen sie ihre Kommandozentrale auf. Es wurden Sperrzeiten von 18.00 Uhr Abends bis 08.00 Morgens eingerichtet, während der kein Einwohner sein Haus verlassen durfte. In den ersten Nächten bekamen die Einwohner den Befehl, die Haustüren unverschlossen zu lassen, damit die Amerikaner nach sich versteckt haltenden deutschen Soldaten suchen konnten.

Wie in fast allen anderen Ortschaften auch, wurden die Einwohner aufgefordert, sich im Rathaus registrieren zu lassen und Waffen, Fotoapparate und Ferngläser dort abzugeben. Wurde dieser Aufforderung nicht folge geleistet, konnte man dafür mit dem Tod bestraft werden.[41] Nachdem sich die Amerikaner eingerichtet hatten, setzten sie mit Karl Gräb den Marienberger Bürgermeister ab und ersetzten ihn durch  den pensionierten Polizeihauptmann Schmelz. Doch auch dieser blieb nur wenige Tage im Amt. Auf ihn folgte Ernst Steup. Seine Hauptaufgabe war es, sofort für den Wiederaufbau einer  geordneten  kommunalen Verwaltung zu sorgen. Es ist von enormer Bedeutung, dass dies als eine der ersten Maßnahmen in einem vom Krieg zerstörten Land in Angriff genommen wird. Denn nur mit einer reibungslos funktionierenden Verwaltung kann auch die Grundversorgung der Bevölkerung wieder schnellstmöglich hergestellt werden. Diese Vorgehensweise findet man in den beiden anderen in dieser Arbeit behandelten Siedlungen ebenfalls.

Etwa zur Mitte des Juli 1945 verließen die Amerikaner entsprechend einem Abkommen der Siegermächte weite Teile entlang des Mittelrheins, ein Gebiet, das später in das Land Rheinland-Pfalz eingehen sollte. Darunter waren auch Gebiete des Westerwaldes. Die Amerikaner zogen also ab und die Franzosen übernahmen das Gebiet als Besatzungsmacht. Für die Bevölkerung war dies eine große Umstellung. Die Amerikaner waren insgesamt sehr hilfsbereit und teilten gerne, vor allem mit den Kindern. Der Besetzung durch die Franzosen sah man allerdings vielerorts mit Schrecken entgegen. Der Augenzeuge Wilhelm Held berichtete: „[…] Von nun an wehte ein anderer Wind. […] Auch wurden Geschäfte und Hotels beschlagnahmt. Die Franzosen stellten außerdem ganz erhebliche Forderungen in Bezug auf Einrichtungsgegenstände wie Porzellan, Glassachen und vielen andere mehr. Es musste auch Groß- und Kleinvieh abgeliefert werden.“[42] Diese Zeilen lassen den Unmut der Bevölkerung über den Wechsel der Besatzungsmächte erkennen. Dieser auf zu Anfang auf Gegenseitigkeit beruhende Hass ließ jedoch mit der Zeit nach. Augenzeugen sprachen später sogar von einem fast freundschaftlichen Verhältnis zwischen Soldaten und Zivilbevölkerung.

Wie in weiten Teilen Deutschlands, brach auch in Bad Marienberg mit den Nachkriegsjahren eine sehr schwierige Zeit an. Von vielen Zeitgenossen sogar als für die Zivilbevölkerung noch schwieriger als die Kriegsjahre bezeichnet. Einerseits war da die Besatzungsmacht Frankreich, die jeden Schritt des sich neu aufbauenden Verwaltungsapparates genauestens beobachtete, auf der anderen Seite die Bevölkerung, die versuchen musste für ihre Lebensmittelkarten genügend Nahrung zu bekommen, um überleben zu können. Es kristallisierte sich immer mehr heraus, dass man nur durch Arbeit seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten konnte. Vorausgesetzt man hatte überhaupt Arbeit und war in der Lage zu arbeiten, dann konnte man mit dem verdienten Geld nur schlecht etwas Lebensnotwendiges kaufen. Handwerker beispielsweise arbeiteten schnell und zuverlässig, wenn man sie mit Wurst oder Schinken bezahlte. Viele lebensnotwendige Dinge konnte man nur auf dem Schwarzmarkt bekommen. Um jedoch genügend Waren zu besitzen, um auf dem Schwarzmarkt tauschen zu können, mussten die Meisten ebenfalls Schieber- und Schwarzmarktgeschäfte tätigen.

Der Schwarzmarkt verlor jedoch mir der Währungsreform vom 21.06.1948 sehr schnell an Bedeutung. Die meisten Menschen hatten zu Hause immer noch Waren gehortet, die sie direkt nach der Währungsreform auf den Schwarzmarkt warfen, um Geld der neuen stabilen Währung dafür zu bekommen. So entstand schnell ein Überangebot. Infolge dessen sanken die Preise der Waren und der Schwarzmarkt wurde nach und nach überflüssig.

Um jedoch überhaupt eine solche Währungsreform durchführen zu können, ist es wichtig, dass unter den Siegermächten Einigkeit darüber herrscht und dass eine Basis für eine gute Zusammenarbeit besteht. Ost und West entfernten sich im Laufe der Zeit jedoch immer weiter von einander, sodass in der so genannten Trizone, bestehend aus den von Franzosen, Engländern und Amerikanern besetzten Gebieten, die Währungsreform durchgeführt wurde. Russland erwiderte die Schritte der Westmächte und führte seinerseits in seinen besetzten Gebieten eine eigene Währungsreform durch.

Nach und nach regulierten sich die Verhältnisse in den besetzten Gebieten, die Verwaltungen hatten ihre Arbeit aufgenommen und Volksvertreter waren gewählt. Nun vollzog sich eine wichtige Änderung in der Landwirtschaft. War sie kurze Zeit zuvor noch als zweite Einnahmequelle oder zur Deckung des Eigenbedarfs überaus wichtig, wurde sie vielen Einwohnern immer lästiger. Sie ließen ihr Land größtenteils brach fallen[43] und konzentrierten sich ausschließlich auf ihren Beruf. Die Landwirtschaft verlor damit wesentlich an Bedeutung.

In den folgenden Jahren wurden große Veränderungen durchgeführt, die im Laufe der vergangenen Jahre bitter nötig geworden waren. Denn durch die zurückliegenden Kriegsjahre waren die Straßen, öffentliche Anlagen und Versorgungseinrichtungen marode und immer nur notdürftig repariert worden. Das Elektrizitätswerk beispielsweise wurde an das Koblenzer Elektrizitätswerk und die Verkehrs-Aktiengesellschaft (KEVAG) verkauft. Ziel war es, die Stromversorgung zu sichern und damit eine Neuansiedlung von Industriebetrieben zu forcieren.

Die Marienberger Volksvertreter legten großen Wert auf ein starkes, aber geregeltes Wachstum der Stadt. Stadteigene Ländereien im Bereich der heutigen Marktstraße, des Lindenweges und der Weidenstraße wurden erschlossen und anschließen für einen Preis von 40 Pfennig/Quadratmeter an Eigenheiminteressenten verkauft. Aufgrund dessen vergrößerte sich die Stadt zwischen 1950 und 1969 von 1895 auf 3390 Einwohner.[44] Marienberg trug mittlerweile den Titel „Stadt“ nicht nur auf dem Papier, sondern war als solche auch an Einwohnerzahlen und Industrieanlagen erkennbar.

 

Aus Marienberg wird Bad Marienberg

Nachdem die Stadt Marienberg bereits seit dem 23.06.1936 als Höhenluftkurort anerkannt ist, folgte im Jahre 1967 am 10. August die Verleihung der Bezeichnung „Bad“.[45]

Zwar beantragte die Stadt Marienberg die Verleihung des Titels, jedoch mussten vor der Genehmigung einige Jahre lang klimatische Daten gesammelt und ausgewertet werden, um den klimatischen Nachweis der Qualifikation als Kneipp-Heilbad erbringen zu können. Diese Messungen wurden in den Jahren 1962 bis 1965 durchgeführt. Nach Auswertung der gesammelten Daten durch Prof. Dr. Amelung, Professor der Medizinischen Fakultät der Universität Frankfurt/Main, wurde eine medizinisch-klimatologische Beurteilung ausgesprochen. Laut dieser Beurteilung wird das Klima Marienbergs durch seine geographische Lage günstig beeinflusst. Zugute kommt der Stadt  die Lage im Mittelgebirge, umgeben von Bergen u nd Wäldern, bei abfallender Hanglage im Südwesten. Dies begünstig das Klima in der Stadt und ihrer Umgebung sehr stark. Es sind kaum Schwankungen der Lufttemperatur im Tagesverlauf feststellbar, Abends jedoch kühlt die Luft ab und verhindert damit einen ungesunden, weil unruhigen Schlaf. Diese Faktoren sind ausgesprochen günstig für Menschen mit Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Stoffwechselstörungen. Die Südwesten offene Hanglage bedeutet für den Kurort zwar nur einen geringen Schutz die Regen bringenden Südwestwinde, der Vorteil dieser Lage ist jedoch der dadurch begünstigte Abfluss verunreinigter Luft.

Die Verleihung des Städtebeinamens verhalf der Stadt zu einigem Ansehen, das auch überregional spürbar war. Dies wiederum lockte noch mehr Kurgäste in die Stadt, was dann die Wirtschaft der Siedlung weiter antreiben konnte.

Die wirtschaftliche Nutzung des Kur-Tourismus wird bis heute erfolgreich betrieben. Nicht nur die gute Luft und die schöne Lage, sondern vor allem auch das überregional bekannte Erlebnis- und Wellnessbad „Marienbad“ locken die Kurgäste an.  

 

Literaturverzeichnis
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[1] Kessler, K. (2000), S.84
[2] A.a.O.
[3] Vgl. Jeck, B. (1987), S. 12
[4] Vgl. Jeck, B. (1987), S. 19
[5] A.a.O.
[6] Vgl. Jeck, B. (1987), S. 11
[7] Jeck, B. (1987), S.12
[8] Vgl. Jeck, B. (1987), S. 18
[9] Vgl. Jeck, B. (1987), S. 12
[10] Kempf, Dr. K./ Donath, E./ Kessler, K./ Gemmer, W. (1989), S.37
[11] Vgl. Jeck, B. (1987), S. 14
[12] Vgl. Jeck, B. (1987), S. 14
[13] Vgl. Jeck, B. (1987), S. 16
[14] Vgl. Anhang Nr. XXX, geplante Windschutzhecken 1838 - 1840
[15] Vgl. Jeck, B. (1987), S. 16
[16] §1 der Statuten des Vorschussvereins Bad Marienberg vom 23.01.1863
[17] Vgl. Jeck, B. (1987), S. 24
[18] Jeck, B. (1987), S. 28
[19] Vgl. Jeck, B. (1987), S. 47
[20] A.a.O.
[21] Vgl. Jeck, B. (1987), S. 37
[22] Jeck, B. (1987), S. 52
[23] Vgl. Jeck, B. (1987), S. 61
[24] Vgl. Jeck, B. (1987), S. 61
[25] Unter Melioration versteht man ein Aufwerten des Bodens, also Maßnahmen zur Steigerung seiner Ertragsfähigkeit, zur Vereinfachung seiner Bewirtschaftung und zum Schutz vor Schädigung oder Zerstörung;
[26] Jeck, B. (1987), S. 65/66
[27] Vgl. Jeck, B. (1987), S. 92
[28] Vgl. Stinner, W. (1974), S.96
[29] Vgl. Schmidt, A. (1962), S.102
[30] Vgl. Jeck, B. (1987), S. 76
[31] Westerwälder Zeitung, Jg. 1932
[32] A.a.O.
[33] Vgl. Jeck, B. (1987, S.78
[34] Jeck, B. (1987), S.81
[35] Westerwälder Zeitung, Jg. 1933
[36] Jeck, B. (1987), S.89
[37] A.a.O.
[38] Vgl. Jeck, B. (1987b), S.10
[39] Vgl. Jeck, B. (1987b), S.33
[40] Vgl. Kreisvolkshochschule Westerwald (1983), ohne Seitenangabe
[41] Vgl. Jeck, B. (1987b), S.45
[42] Vgl. Jeck, B. (1987b), S.49
[43] Vgl. Jeck, B. (1987b), S.69
[44] Vgl. Jeck, B. (1987b), S.72
[45] Unter „Bad“ versteht man einen amtlichen Städtebeinamen eines Kurortes. Nur staatlich anerkannte Heilbäder dürfen in ihrem Namen auch den Titel Bad tragen;

 

 

 Quelle: ohne Namensangabe unter folgendem Link zu finden: http://home.arcor.de/alsdorfer/Westerwald.doc