Hans Steup wurde am 28.8.1910 in Corbach (Waldeck) geboren, als Sohn des Ludwig Reinhard Steup und seiner Ehefrau Lina geb. Zeiler, Tochter des Landmanns und Schmiedemeisters Theodor Karl Zeiler und seiner Ehefrau Karoline, geb. Steup. Der Vater arbeitete als Werkmeister bei den Kleyerschen Fahrradwerken (Adlerwerken) in Frankfurt a. M.

Hans war als Kaufmann in Paris tätig, wo er sich am 1.2.1947 mit Andrée, geb. Rodella verheiratete. Anfang Dezember 1953 wurde er und andere Deutsche von einem französischen Militärgericht in Marseille zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt, weil sie als ehemalige Angehörige des deutschen Sicherheitsdienstes (SD)[1] in Frankreich wegen Erschießung, Mißhandlung und Deportation französischer Zivilisten und Widerstandskämpfer beschuldigt worden waren.

Gericht: Le Tribunal permanent des forces armées (T.p.f.a.) de Marseille[2]
Prozeß-Datum : 17.11.1953 - 3.12.1953
Anklage:     Mitglied einer kriminellen Vereinigung, illegale Freiheitsberaubung, Mord, Mittäterschaft bei Mord, Brandstiftung, Körperverletzung, Plünderei
Tatort:         Montpellier, Séte, Béziers, Mende, Marvejols, Florac.
Tatzeit:       1943-1944
office:         Sicherheistdienst (SD) montpellier; Sicherheistdienst Béziers-Séte; Sicherheistdienst Mende

  1. Hans Steup: lebenslange Zwangsarbeit (umgewandelt in 20 Jahre), (geb. 28.8.1910, Corbach; Rang: SS-Sturmmann)
  2. Ludwig Kocher: lebenslange Zwangsarbeit, (born.3.6.1910, München; ss.sturmscharfuhrer)
  3. Herbert Bottger: lebenslange Zwangsarbeit, (born.3.1.1913 Hamburg; ss.obersturmfuhrer)
  4. Wilhelm Dorstell: lebenslange Zwangsarbeit (born.17.2.1908, Köln; ss.sturmscharfuhrer)
  5. Herbert Hoffmann: lebenslange Zwangsarbeit, (born.23.2.1906, Berlin; ss.unterscharfuhrer)
  6. Max Pakleppa: 15 Jahre Zwangsarbeit(born.31.10.1907, Allenstein; ss.scharfuhrer))
  7. Hans Sohn: 8 Jahre Zwangsarbeit, (born.1.5.1907 Wuppertal, ss.unterscharfuhrer)
  8. Willy Ruhe:5 Jahre Zwangsarbeit,(born.7.6.1901, Blankenburg, ss.obersturmfuhrer)
  9. Heinrich Pries: 5 Jahre Zwangsarbeit, (born.21.9.1907, Friedrichsegen; ss.sturmscharfuhrer)
  10. Walter Soitzek: 5 Jahre Zwangsarbeit,born.30.8.1907, Berlin; ss.scharfuhrer)
  11. Heinrich Peterssen: 5 Jahre Gefängnis(born.3.9.1902, Aurich; ss.sturmscharfuhrer)
  12. Georg Schuker: Todesurteil (in Abwesenheit)(born.1.9.1900, Gomaringen; ss.scharfuhrer)
  13. Otto Blume: Todesurteil (in Abwesenheit)(born.1.10.1908, Hamburg; ss.scharfuhrer)
  14. Walter Lange: Todesurteil (in Abwesenheit)(born.12.6.1901, Eisleben; ss.scharfuhrer)
  15. Ernst Dorner: Todesurteil (in Abwesenheit), (born.2.10.1909 Barmen; ss.scharfuhrer)

 



Quelle:

[1] Der Sicherheitsdienst des Reichsführers SS (Abkürzung SD) war ein Teil des Machtapparates in der Zeit des Nationalsozialismus im Deutschen Reich und während des Krieges im besetzten Europa. Er wurde 1931 als Geheimdienst der NSDAP bzw. der ihr zugehörigen SS gegründet und unterstand ab 1939 dem Reichssicherheitshauptamt (RSHA). Er wurde gezielt zur Bekämpfung und Vernichtung politischer Gegner und Einschüchterung der Bevölkerung eingesetzt und war für zahlreiche Verbrechen im ursprünglichen Reichsgebiet und den von der Wehrmacht besetzten Gebieten verantwortlich. Durch seine Auslandsgliederung beschäftigte er sich zudem mit Spionage und verdeckten Operationen.

[2] ministére de la défense, division des affaires pénales militaires, depôt central d'archives de la justice militaire, boite postale 214, 36300 leblanc france