Geschichte(n) aus dem Hohen Westerwald

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Über Johann Friedrich Steup geboren am 11.09.1818 in Oberroßbach als Sohn des Johann Martin Steup und seiner Ehefrau schreibt "Eberhardt's Allgemeiner Polizei Anzeiger, Dresden" im Jahre 1858 folgendes: 

Steup (Steub), Friedrich, Maschinist aus Oberroßbach, Herzogthum Nassau (zul. Bd XLVI, S. 147). Alter: geb. am 11.9.1818; Statur: untersetzt, 5'5“ (1 Hannoverscher Fuß = 292,1 mm, 1 Zoll = 24,3 mm d.h. ca. 1,58 m); Stirn: hoch, frei; Haare u. Augenbrauen: dunkelblond; Augen: hellbraun; Nase: stumpf; Mund: gew.; Bart: dunkelblond, stark, rasiert; Zähne: defect in den beiden Zahnladen; Kinn: rund; Gesicht: breit; gesund. Kennz.: Vor der Stirn einige kleine feine Narben, hinter dem rechten Ohre eine Narbe; unterm rechten Daumen eine Narbe; der Nagel des kleinen Fingers der linken Hand etwas verwachsen.

Die Geschichte des Friedrich Steup aus Oberroßbach, niedergeschrieben in der Zeitschrift "Der Wächter", dem Polizeiblatt für Norddeutschland, Begründet vom Criminalrath Ackermann in Bützow.

Bereits 1858 wurde im "Eberhardt's Allgemeiner Polizei Anzeiger, Dresden" ein Steckbrief von ihm veröffentlicht.

 

Schwerin, am 17. September 1859

Friedrich Steup wird am 11. September 1818 zu Oberroßbach geboren. Seine Eltern sind Johann Martin Steup, Bauer zu Pfuhl und seine zweite Ehefrau Anna Elisabeth Jung, des Johannes Jung zu Waigandshain eheliche Tochter. Die Eheleute zu Zehnhausen sind schon längst todt; er stand bis zu seiner Großjährigkeit unter der Vormundschaft seines Vetters des Bauers Wilhelm Peter Schreiner zu Oberroßbach. In seinem 15. Lebensjahre verließ er seinen Geburtsort und trat auf Veranlassung eines anderen Vetters, des Hufschmieds Christian Schreiner zu Weg bei Solingen, zuerst bei diesem, dann aber bei dem Scherenfabrikanten Rutscher in Solingen in die Lehre. Später arbeitete er bis zu seinem im April 1838 erfolgten Eintritt in die Herzogl. Nass. Artillerie bei mehreren Meistern in der Gegend von Solingen. Nach 2jähriger Dienstzeit begab er sich sodann mit einem Passe ins Ausland, zunächst nach Elberfeld, lernte dort das Schienenlegen auf der Eisenbahn und war nachher an dem Bau der Elberfeld-Düsseldorfer, dann der Bonn-Cölner und der Cöln-Aachener Bahn beschäftigt. Zu Ende October 1840 in seine Heimath zurückgekehrt, verließ er diese nach kurzem Aufenthalt wieder, trieb sich einige Zeit im Großherzogthum Baden umher und kehrte dann wieder nach Bonn und Cöln zurück, wo er sich von Neuem mit Arbeiten beim Eisenbahnbau beschäftigte.

Friedrich Steup wird am 6.2.1864 in Altenkirchen geboren, als Sohn des Adolf Steup und seiner Ehefrau Louise Christine geb. Pfeiffer.

Seine Eltern starben früh, und er kam als Waisenkind gleich zu fremden Leuten. Nach Entlassung aus der Volksschule erlernte er das Schreinerhandwerk, und seine Berufstätigkeit trieb und brachte ihn in die Welt, in der er viel und weit umhergekommen ist. Schließlich ließ er sich in Groß-Gerau nieder und gründete dort im Jahre 1888 eine Bau- und Möbelschreinerei mit elektrischem Betrieb. Am 12.8.1888 verheiratet er sich mit Catharina Schmitt aus Groß-Gerau. Aus der Ehe gingen Kinder nicht hervor.

Seine Schwester Lina wurde am 30.6.1866 zu Altenkirchen geboren und verheiratete sich mit Christian Siegel aus Heddesdorf bei Neuwied, mit welchem sie vier oder fünf Kinder hatte. Sie ist schon lange tot.

Hermann Steup wird am 6. Februar 1899 in Cramberg geboren, als Sohn des Karl Heinrich Steup und seiner Ehefrau Karoline Wilhelmine Steup geb. Witzel.

Sein Vater Karl Heinrich arbeitete als Lehrer in Cramberg.  Er bestand unterm 4. März 1891 am Seminar zu Usingen die erste Lehrerprüfung und wurde vom 1. April 1891 ab mit der Versehung der II. Lehrerstelle zu Cramberg im Unterlahnkreis beauftragt. Am 2. August 1895 legt er, nachdem ihm der erste Versuch mißglückt war, die zweite Lehrerprüfung mit Erfolg ab. Hierauf wurde er vom 1. Oktober 1895 ab endgültig zum Lehrer an der Volksschule zu Cramberg ernannt, an der er vom 1. Dezember 1898 ab als erster Lehrer Dienst tat. Er war ein gewissenhafter Jugenderzieher, der sich musterhaft führte und in der Gemeinde beliebt und geachtet war. Am 12. Mai 1918 wurde ihm aus Anlaß des Regierungs-Jubiläums Seiner Durchlaucht des Fürsten von Waldeck und Pyrmont für seine langjährige verdienstreiche Tätigkeit im Bezirk der Fürstlichen Standesherrschaft Schaumburg das Fürstlich Waldeck´sche Ehrenkreuz verliehen. Er lebte seit dem 1. Juli 1935 im Ruhestande in einem Landhause im Lahntal zwischen Balduinstein und Geilnau im Gemeindebezirk Geilnau und ist inzwischen dort gestorben.

Robert Knögel war der Sohn des Färbers Wilhelm Knögel aus Dillenburg. Nach einem Lehramtsstudiums wird er im November 1910 als Lehrer in Bölsberg angestellt.

Nach Ausbruch des 1. Weltkriegs dient er als Musketier in einem Infanterie-Regiment. Am 21. September 1916 nimmt er an der Westfront an der Somme an einem Sturmangriff teil und fällt durch einen Kopfschuß. Sein Truppenteil und seine Kameraden bestätigen den Tod.

Seine Eltern veröffentlichen am 14. Oktober 1916 folgende Todesanzeige in der "Westerwälder Zeitung":

Karl Steup wird 1899 in Niedershausen, Kreis Oberlahn als Sohn des in Stockhausen geborenen Karl Ludwig Steup und seiner aus Niedershausen stammenden Ehefrau geboren. Die Familie lebt von der Landwirtschaft.

Im Oktober 1919 versucht der 20 jährige Karl im nahegelegenen Kallenbach Fische zu fangen. Hierzu verwendet er Dynamitpatronen in die er Erde stopft um die Sprengwirkung zu erhöhen. Die Mischung explodiert vorzeitig, reißt ihm die rechte Hand ab und verletzt ihn lebensgefährlich im Gesicht und Brust. Er wird in eine Gießener Klinik eingeliefert. ("Idsteiner Anzeiger" vom 7. Oktober 1919)